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Hier finden Sie eine kleine, chaotische und keineswegs abschließende Übersicht pfälzischer Fachterminologien für alle Lebenslagen:

 

Reiwerle
Der drehbare Teil am Zapfhahn aus dessen unterem Teil der Wein fließt. Ebenfalls Bezeichnung für ein wildes Kind (dann sinng. "kleiner Räuber").

Dunnerkeidel
Donnerkeil. Mit "Dunnerkeidel" werden impulsive bis jähzornige Menschen umschrieben. Wird auch gerne verwandt um Mitmenschen eine göttliche Bestrafung an den Hals zu wünschen. Z.B. "Do soll doch de Dunnerkeidel noifahre!"

Visavie
Aus dem franz. "vis à vis". Bezeichnet oft den Wohnort eines Menschen auf der Straße gegenüber oder schräg gegenüber. Z.B. "Moin Nochber visavie." - "Mein Nachbar gegenüber." Wird auch gerne genutzt um hilflose, nicht ortskundige und nach dem Weg fragende Autofahrer, gestenreich in den Wahnsinn zu treiben.

Schossee
Aus dem franz. Chausée, Schnellstraße.

Labää
Karnickel, gelegentlich auch abfällig für Feldhasen. Labää werden oft auf der Schossee von KFZ überfahren. Aus dem franz. Lapin.

Schessloo
Aus dem franz. "chaise lonque". Eine Art Couch ohne Lehnen, eher aber eine Art Tagesbett mit permanent hochgestelltem Kopfteil.

Uumus oder Uhmus
Aufwendige Arbeit deren Nutzen nicht anerkannt und eigentlich bestritten wird. Gern genutzter Missfallensausdruck bei Arbeitsaufträgen, meist im Satz: "Was fer en Uumus!" nett verpackt. War die Arbeit dann wirklich nutzlos wird die vorangegangene Tätigkeit gerne mit "Unn fer was war'n jetzt der gonze Uumus?" hinterfragt.

Owwacht
Obacht, Achtung.  Gefahr ist geboten wenn "Owwacht" von einem Pfälzer ausgesprochen wird, der u.U. schon einige "Schobbe" (s.u.) zu sich genommen hat. Wird gerne auch als Einleitung besonders wichtiger, persönlicher Statements oder eines als sehr gut empfundenen Witzes genommen.

Uffbasse!
Steigerung von Owwacht beim Streit, kurz bevor die Diskussion mit Körpereinsatz weitergeführt wird.

Schiergar
Beinahe, fast, um Haaresbreite. Wird als Endpunkt dramatischer Beinahekatastrophen benutzt wenn ein "Owwacht!" vorher gerufen wurde und der Katastrophe gerade noch so entgangen werden konnte.

Bulverbrie
Synonym für eine Tütensuppe, wird gerne in Jungesellenhaushalten genutzt und kann mit Nudeln angereichert werden.

Der / Die sieht aus wie die deier Zeit!
Ausdruck des Bedauerns über den Mitleid erregenden Anblick eines oder einer Bekannten.

Verschommerierdes Laddegedaddels
In die Jahre gekommenes  oder instabiles Bretterbauwerk. Steigerung des einfachen "Laddegedaddels".

Schewwerezisch
Hässlich, heruntergekommen, abgewirtschaftet. Beschreibt nur Gegenstände.

Ehdärmisch
Erfüllt nicht mal die kleinste Erwartung. Kann Sachen, Lebewesen oder Taten beschreiben.

Leck mich doch am Dooges
Pfälzer Variante des bekannten LmaA, allerdings ist nicht zu 100 % klar wo sich anatomisch der "Dooges" befindet. Man kann es sich aber denken.

Dabbschädel
Blödmann

Iwwerzwersch
Ein bisschen durchgedreht, durcheinander.

Dussmo
In der Befehlsform, z.B.: "Jetzt awwer mol dussmo!" wird Ruhe und Besinnung gefordert. Bei der Festellung, z.B.: "Der war heit gonz schää dussmo!" wird besorgt eine eher kränklich, außergewöhnliche Ruhe von Mitmenschen konstatiert. (franz. doucement - sachte)

Malad
Krank (franz. malade)

G'hubst wie gedubst
Gehüpft wie gesprungen, Jacke wie Hose, egal.

Owwerdern
Obere Tenne - das oberste Stockwerk einer Scheune.

Dich deed isch mer nett ämol gedriggelt uff de Schbeicher hänge.
Harte Form der Missfallensäußerung gegenüber Dritten.

Schnoog
Schnake / pfälzer Moskito, in der größeren Version: Rhoischnoog.

Dubbeglas
Weinglas, meist mit 0,5l Inhalt und runden, eingeschliffenen oder geprägten Vertiefungen im Glas, leicht angeschrägt mit weiter Öffnung, sehr griffsicher auch in kritischen Lebenslagen.

Woischdong
Gerades Dubbeglas ohne Dubbe.

Pälzer Dreifaldischkeit
Bratwurst, Leberknödel und Saumagen, in der Regel an Kartoffelpüree und Sauerkraut gereicht.

Grummbeerbrei
Kartoffelpüree

Grumbeersupp unn Quetschekuuche
Kartoffelsuppe mit Zwetschenkuchen.

Die Momme unn de Babbe
Mutter und Vater.

Die Geedel und de Petter
Patin und Pate.

Schobbe
Ein halber Liter, bei Bestellung ohne weitere Ergänzung ist ein halber Liter Wein oder umständehalber auch Bier gemeint. Es reicht meist "n'Schobbe!" zu grummeln um in pfälzer Lokalen eine ordnungsgemäße Bestellung aufzugeben.

n'Schobbe Neie
Ein halber Liter Federweißer.

Keschde
Kastanien. Passen übrigens hervorragend zu äm Schobbe Neie.

Ä Värddel
0,25 Liter, Kindergröße. Unter ausgewachsenen Pfälzern allenfalls für Sekt oder edelste Tröpfchen zulässig. Wird auch gerne als Identifikationsmerkmal von Ausländern hinzu gezogen.

Nullkommavier?
Erstaunte Frage eines Pfälzers beim Blick auf den Eichstrich eines Glases, das von Wirten in halsabschneiderischer Absicht zur Gewinnmaximierung genutzt wird. Rhetorische Frage die meist den letzten Besuch dieses Lokals ankündigt.

Kalde Kaffee
Spezie - Mischung aus Cola und Orangenlimo.

Sauer Wasser
Mineralwasser

Sieß Wasser
Zitronenlimo

Dischbediere
Heftige Diskusion, Disputation. Dischbediert wird meistens unter Freunden und guten Bekannten bei einem "Schobbe" (s.o.) Die Intensität und Lautstärke des Dischbedierens steigt i.d.R. mit der Zahl der genossenen "Schobbe". Gleichzeitig wird über immer mehr Kleinigkeiten parallel dischbediert. Vermutlich kam Herrn Hollerith die Idee der parallelen Datenverarbeitung beim dischbediere. Menschen die ohne "Schobbe" dischbedieren fallen meist unangenehm auf und gelten oft als Berufszweifler oder Nein - Sager.

Schoode
Negativer, kurz angebundener Mann, Stoffel. Drückt seine Meinung durch ohne zu dischbediere (s.o.)

Schigoone
Schikanen

Schigonescholle
Ein halber Liter Weinschorle mit Mineralwasser und Zitronenlimo.

Gääsescholle
Weißweinschorle mit Orangenlimonade.
 

Persching
Keineswegs eine amerikanische Mittelstreckenrakete sondern, je nach Kontext, ein Pfirsich (besonders lecker: Weinbergspfirsich - Wingertspersching), aber auch ein Schorle aus Weißherbst oder Rosé mit Orangenlimonade. Die Farbe erinnert dann an das Innere eines kräftigen Pfirsichs mit leicht rosa/orange Fruchtfleisch.

Än klääne Scholle bidde!
Bestellung die sofort Ausländer entlarvt.

Stilles Wasser
Gibt es im Pfälzischen nicht und ist der Körperpflege oder dem Tränken der Tiere vorbehalten. Folgt auf die Bestellung eines kleinen Schorle die Bestellung eines stillen Wassers, ist sofort jedem Pfälzer klar, dass auch eine weibliche Ausländerin anwesend sein muss.

Weschdriggel
Wäschetrockner mit Seilen zum Trocknen von Wäsche an der Luft. Eine Weschdriggel kann im Haus oder im Freien aufgestellt werden. Gerne befindet sich die Weschdriggel in der Weschkisch.

Loogus
Stilles Örtchen

Dunnerbalge
Stilles Örtchen ohne Wasserspülung.

Weschkisch
Waschküche

Weschbitt, Bitt
Waschbütte, Waschschüssel, inzw. eher Wäschekorb.

Weschbrenk, Brenk
Waschbütte, Waschschüssel zum Wäschewaschen,  wasserdichte Wanne.

Lewwerknopp
Leberknödel

Scheier
Scheune

Woiknorze
Schwarzmehlbrötchen das zum Wein gegessen wird.

Weiße Kees
Frischkäse, Quark, evtl. mit Schnittlauch oder Zwiebelstückchen.

Schdoin
Maßkrug, 1 Liter, aus Glas oder Steingut für Bier.

Unn ... Jo ... Alla...
Effiziente Begrüßung zweier alter Freunde mit der eigentlich alles gesagt ist. Wird nur von Männern genutzt, da für weibliche Kommunikationsformen zu kurz. Ausreichend um anschließend das Trinken eines "Schobbe" zu begründen.

Schlabbe
Schuhe. Meist schön bequem und schon etwas ausgelatscht. Oft auch für Hausschuhe benutzt. Die bequemsten Schlabbe werden von Ehefrauen gerne heimlich in die Altkleidersammlung gegeben.

Schlabbefligger / Schlabbefligger
Sagen Sie zum Schuhmacher Ihres Vertrauens nie Schlabbefligger, denn er wird dann etwas nach Ihnen werfen. Schimpfname der dem Unmut über eine Person besondere Geltung verschafft.

Demm / Dere zeig isch wu de Baddel de Moschd holt!
Kraftausdruck. Sinngem. "Ihm / Ihr zeig ich wo es lang geht!". Welchen Aufwand der genannte "Baddel" allerdings tatsächlich  hatte um seinen Most zu holen ist völlig offen.

Schees
Je nach Zusammenhang ein Kinderwagen (Kinnerschees) oder eine ältere, nicht besonders begehrenswerte Frau bzw. ein ebensolches Auto (aldie Schees). Als "Marktschees" ein vierrädriges Gefährt mit einem Korbaufbau, das von Hand zum Markt geschoben wird.

Dabbisch
Ein bisschen blöd. Gerne auch benutzt um seine Jugendsünden zu umschreiben. (...was war ich sellemols dabbisch!)

Sellemols
Damals

Blunz
Blutwurst ohne Grieben. Auch als Schimpfwort für Frauen sehr beliebt (... isch dess ä dabbischie Blunz). Wörtlich übersetzt wäre eine "dabbische Blunz" eine blöde Blutwurst ohne Grieben, sprich mit nichts im Kopf.

Buddigg
Hat nichts mit der Boutique zu tun, sondern beschreibt eher eine etwas heruntergekommene Behausung ( ... der hockt de gonze Dag in dere alde Buddigg). Ebenfalls Bezeichnung für eine Bretterbude.

Labbeduddel
Mann ohne Rückgrat. Gibt einem Mann die schlechten Eigenschaften eines feuchten Lappens gepaart mit einem Dödel.

Schlobb oder Schlopp
Schleife, im Haar oder um Schuhe und andere Dinge zu zu binden. Satz den jedes pfälzische Kind früher oder später zu hören bekommt: "Hopp, mach ämol en schäne Schlobb!"

Brotkolwe
Hartherziger, nicht feinfühliger Mann. Ebenso hart wie der alte Anschnitt vom Brot.

Gääsegischd
Fiktive Erkrankung, wird benutzt um seinen Unwillen über eine Situation auszudrücken. "Ah do grigschd jo die Gääsegischd!"

Schlurie
Lebenskünstler der sich überall irgendwie durchmogelt.

Bebbere
Vor sich hin schimpfen.

Gälfiesler
Baden Würtemberger die am Wochenende mit ihren PKW und immer mehr mit SUV's die Straßen in der Pfalz verstopfen und sich wundern, warum der 2,80 m breite Bolide nicht durch ein Weinstraßendörfchen passt. (Kam wohl ursprünglich von den gelben Gamaschen würtembergischer Truppen)

Heischaak
Synonym für einen doofen Menschen der einem unnötige Arbeit bereitet, also evtl. Uumus macht.

Hinkel
Henne, Huhn.

Hewwel
Hebel, ungeschlachter, grobschlächtiger Mann.

Schombel oder Schambel
Kram, viele kleine Sachen, Schombel wird gerne auf Flohmärkten verkauft (Schombelmarkt).

Gruuschd
Steigerung von Schombel, unnötiger Schombel.

Melag oder Melack
Böser Hund oder Schimpfname für einen abgrundtief bösen Menschen. Hauptsächlich noch in der südlichen Pfalz. Kommt von  General Ezéchiel de Mélac, dessen Truppen im Pfälzer Erbfolgekrieg größte Verwüstungen in der Pfalz anrichteten.

Hohnebambel oder Hahnebambel
Unzuverlässige, antriebslose Person ohne Eigeninitiative.

Schlorbse
Schlürfen, sowohl die Suppe oder den Kaffee als auch mit den Füßen kann man schlorbse.

Batschkapp
Schiebermütze

Jobbe
Etwas grobere Jacke.

Reiderle
In handliche Stücken geschnittenes, belegtes Brot, meistens für kleine Kinder oder Ältere mit Kauproblemen. Auch Schokoladenstückchen.

Schugge
Vorsichtig, eher bedacht werfen.

Schdrehle
Kämmen, striegeln, auch sich schön machen um auszugehen

Schoggelgaul
Schaukelpferd.

Schdumbe
"Ein kleiner Rest" als Substantiv, "schubsen" als Verb, bezeichnet speziell auch eine kleine Zigarre oder einen Zigarrenrest. (De Vadder hot immer soi Schdumbe geraacht.)

Brischel
Ein Prügel, ein dicker Stock.

Schloose
Hagel, schlooseweiß heißt so viel wie leichenblaß.

Riwwle
Kleine Teigstückchen auf dem Kuchen oder aus Mehl und Ei zwischen den Händen zerriebene Ersatznudeln, hauptsächlich für die Worschdsupp.

Worschdsupp
Metzelsuppe, Wurstsuppe, nur richtig gut, wenn beim Kochen der Wurst die ein oder andere geplatzt ist und mit ordentlich Riwwle drinn.

Schlommbombel
Kram, unnützer Hausrat.

Simbel
Einfältiger Mann, Steigerung: Hutsimbel.

Olwer
Grob, ungeschlacht im Umgang mit anderen sein.

Olwerdolwer
Mann der sehr olwer ist.

Woldower / Moldower
Untriebiger Mensch der keine Rücksicht nimmt.

Sellerwellerwu / Selliewelliewu
Selbiger welcher der / Selbige welche die.

Hoorische Knepp
Kartoffelklöse aus rohen Kartoffeln.

Badkuchle / Schneebällsche
Kleine Kartoffelklöse aus gekochten Kartoffeln (gern mit etwas Majoran).

Reiwerkneisel
Schlitzohriger, kleiner Junge der nicht ganz unproblematisch das bekommt was er will, kommt wohl vom "schlauen" Räuber Kneisel.

Iwwergongsmondel / Iwwergongsjack
Mantel oder Jacke für die Jahreszeit in der es nicht mehr richtig warm, aber auch noch nicht richtig kalt ist. Liegt meistens nutzlos im Auto oder dient im Schrank als Mottenfutter.

Desch / aldie Desch
Leichtsinnige, unachtsame Frau.

Ebbes / Ebber
Etwas / Jemand. (Ist jemand da? - Isch ebber do?)

Deewere
Herumjammern und betteln um etwas zu bekommen.

Ronze
Bauch, meist in etwas ausgeprägterer Form, Ronzereiße wäre dann Bauchweh, ein Schulronze ist ein Schulranzen. Als Verb bezeichnet "oronze" (anranzen) eine wenig nette, streitfordernde Ansprache. (He, ronz mich nett so o! - Mach mich nicht dumm an!)

Dummle
Sich beeilen, sich "tummeln". Gerne sagt der Pfälzer Mann zu seiner Frau: "S'geht glei los, jetzt dummel Dich!" oder zu Kindern:"Do vorne schdehd schunn de Schulbus, dummel Dich!".

Duschber
Halbdunkel, schon ein wenig düster, Lichtstimmung am Abend. Auch gerne als Einschätzung für Menschen gebraucht, die einem suspekt sind: "Der isch mehr nett gonz duschber!".

Rammesiere / Rommesiere
Lautstarkes Herumräumen oder sinnloses Verstellen von Dingen. "Karl, ich hab dehääm fort gemisst, moi Fraa rommesiert schun zwä Schdunn dehääm rum.".

Bischbere
Tuscheln, Flüstern.

Schliede
Schlitten, sowohl um auf Schnee einen Hang hinunter zu sausen als auch für ein dickes, protziges Auto.

Laabsommler
Abwertender Schimpfname für einen nutzlosen Menschen (Laubsammler).

Wescher
Besonders kräftiger Mann, sowohl an Muskeln als auch an durch Genuss erzeugter Körpermasse.

Scheelisch
Das Abgeschälte von Obst oder Gemüse, Grumbberscheelisch = Kartoffelschalen.

Bodschamber
Nachttopf, evtl. von Pot und Chambre zusammengesetztes Überbleibsel aus dem Französischen. Auch gerne als Begriff für die Hüte älterer Damen gebraucht, die nicht unbedingt Gefallen hervorrufen.

Haffe
Topf. Ein kleiner Topf wäre ein "Häffel", wobei ein "Häffel" auch ein Krug Wein sein kann, das merkt man aber schnell aus dem Kontext.

Neez
Nähzeug, eigentlich aber nur Garn oder Faden.

Kummet
Liegt um den Hals von Pferden oder Ochsen, damit diese einen Wagen oder Ackergerät ziehen können. Zwischen den Leinen oder Ketten des Kummet wird eine "Ziegschääd" aus Holz oder Eisen eingesetzt um daran dann einen Pflug o.Ä. anzubringen.

Welschkorn
Mais oder wie mein Großvater zu sagen pflegte: Zohmais.

Uhschierig / Uhschierisch
(Evtl. auch mit zwei "u" stat "uh" vorne)
Bezeichnet eine Sache die furchtbar sperig ist und die man, obwohl nicht unbedingt schwer, nur mit Schwierigkeiten transportieren kann.
Sie: "Warum isch donn moin Kischeschronk so verschommeriert? Hedde'ner beim Noitraache nett uffbasse kenne?"
Er: " S'duud'mer lääd, awwer dess Ding isch halt so uhschierisch, do simmer om Deerrohme hänge gebliwwe."

Zengnesel oder Zengnessel
Brennessel. Wenn man mit Selbiger schmerzhafte Bekanntschaft macht, dann hat man sich "gezengelt".

Moin liewer Schollie
Kraftausdruck. Braucht man um entweder seine Fassungslosigkeit zum Ausdruck zu bringen, oder um eine zornige Ansprache zu beginnen oder abzurunden. Was oder wer der "Schollie" ist oder ob er entweder vom franz. "jolly" kommt, weiß ich nicht.

Allmoi
Ein Allmoi ist ein Mensch, der alles besitzen möchte, bzw. sich schon mal alles nimmt was da ist, z.B. vom Buffet.

G'schdembelde Gälerriewe
Keineswegs ein Gericht, das nur in Postkantinen oder beim Arbeitsamt gereicht wird. "Gestempelte Mohrrüben" sind Karotten und Kartoffelstücke, die zusammen gekocht und dann mit einem "Stempel" oder einem Schneebesen durchgeschlagen werden. Ein bisschen Butter und Milch dazu, etwas Salz, fertig.

Broggelbohne
Im Prinzip wie "G'schdembelde Gälerriewe", nur mit Stückchen grüner Bohnen anstelle der Karotten. Beide Gerichte werde mit "oigebrennte Zwiewle" (schön angebräunten Zwiebelstückchen) erst richtig lecker.

Oidulfe
Etwas ordentlich einsprühen, z.B. mit Insektenspray. So kommt in der Pfälzer Schnakenzeit oft der Satz vor: "Geschdern hawwisch moi Schdubb awwer mol ordentlich gegge die Schnooge oigedulft!"

Gloor oder Kloor
Spricht sich wie "Chlor" und beschreibt etwas nettes, angenehmes oder lustiges. "Än gloore Kerl", ist ein netter, freundlicher Mitmensch.

Worgse oder Workse
Würgen in der etwas fortgeschritteneren Version, also mit etwas Geräusch und der Gefahr sich mit oralem Auswurf zu entwickeln. Oft Vorstufe des Erbrechen kann durch einen ekligen Anblick hervorgerufen werden.

Bressiere
Eigentlich im Hochdeutschen "pressieren" aber im Pfälzischen viel schöner. "Was bressierschd donn so?" fragt gern die Lebensgefährtin, wenn man nach dem 9. Schuhladen den Einkauf gerne unterbrechen möchte. "Des hot gonz schäh bressiert." ruft der erleichterte Pfälzer gerne, wenn er den Gang zur Toilette eben gerade noch so geschafft hat.

Schnuud
Schnute. Im Gespräch meistens negativ besetzt. "Hald ämol doi Schnuud!" Ist aber allenfalls die freundliche Vorstufe von "Halt's Maul!" Eine "Schnuud" kann auch ein Tier haben.

Gosch
Siehe "Schnuud", ist aber auf Menschen begrenzt.

Mollekopp
Eigentlich eine Kaulquappe, aber auch gerne benutzt für generell einen großen Kopf (hot der än digge Mollekopp) oder eben einen Dickschädel der sich gerne durchsetzt (Hott'er soin Mollekopp widder durchgsetzt!).

Gummer
Gurke

Dudd
Entweder eine Tüte oder ein Haarknoten. Wichtig ist hier der Artikel:
Ä Dudd (weiblich) - Tüte, Än Dudd (männlich) - Haarknoten

Buggel
Hügel, Rücken oder eben ein Buckel. Wer nach der Aufforderung: "Rutsch mer doch de Buggel nunner!" einen Hügel hinabgleitet, hat etwas völlig missverstanden. Im Falle eines Skiausflugs mit Pfälzern wäre das allerdings, nach der rethorischen Frage: "Rutsche mer de Buggel nunner?", wieder richtig.

Gequellde oder Gewelldne
Pellkartoffeln

Gebreedelde vs. Gereeschdne
Je nach Ort oder gar nach Straße kann die Bedeutung der beiden Wörter das eine oder das andere bedeuten. Das kann zu höchst kritischen, fast schon philosophischen Grundsatzdiskussionen führen. Ob's Gebreedelde oder Gereeschdne sind, darüber wurden schon heftigste Erörterungen am Essenstisch geführt.. Ich kenne es so unn dodriwwer werd jetzt nimmie dischbedierd:
Gebreedelde: Rohe, angebackene (gebratene) Kartoffelwürfel
Gereeschdne: Scheiben aus gekochten Kartoffeln, die mit etwas Zwiebel und Majoran angeröstet werden. (gibt es meistens am Tag nach "de Gewelldne")
(... und liebes, angetrautes Lebensglück: ROHGEREESCHDNE gibt's gar nicht! So! Das musste jetzt endlich mal klar gestellt werden.)

Nimmie - nett mäh
Nicht mehr, es folgt ein Verb. z.B. "Rentner gehen nimmie schaffe!".
"Das will ich nicht mehr!": "Des will ich nimmie!"
Will man von einer Menge etwas Bestimmten "nicht mehr" dann will man "nett mäh", z.B.  "Willschd noch mäh vun dem Kuuche? - Nä, merci, ich will nett mäh!"

Wiedwitt
Die Vermutung liegt nahe, dass sich mit dem zügig ausgesprochenen "wiedwitt" wieder ein kleines Teil des Französischen in der Pfalz erhalten hat und jemand, analog zum frz. "vite - vite" zur Eile angetrieben wird. In Wirklichkeit ist es viel profaner, denn es handelt sich einfach um ein knapp gehaltenes "Wie Du willst." In der Frage bleibt das "Du" und das "sch" erhalten, das wäre dann
"Wie? Du wilscht..."  Zusammengesprochen wird aber das auch wieder zur Aussage. Im Zustand der Verärgerung oder der Resignation wird ein: "Mach grad wiedwitt!" gerne gebraucht.

(Z.B. als Antwort auf: "Schatz! Heit gibt's ROHGEREESCHDNE. Gut gell?!" Da wird ein "Oh, mach grad wiedwitt." fast schon erzwungen.)

Wasdwitt
Die Verwendung ist dem Wiedwitt sehr ähnlich, heißt aber wörtlich "Was Du willst". Wird z.B. verwendet unter "Du machst awwer a grad wasdwitt!" - "Du machst aber auch nur was Du willst!"
In der Frage "WaswittnDu?" steckt meist schon eine kleine Portion Zorn, der ist spätestens dann klar zu erkennen wenn ein "iwwerhaupt" hinten angehängt wird.

Grootzlisch
Grau verschimmelt, aber auch einsetzbar wenn Stockflecken irgendwo aufgetaucht sind. Wenn sich z.B. ältere Ehepaare darum streiten, ob liebgewonnene, aber schon seit Jahren eingekellerte Dinge zum Müll sollen, fällt gerne: "Was willschd donn mit demm alde Schombel, der isch jo schun gonz grootzlisch!"

Schmääschle oder Schmäächle
Wenn eine Person oder ein Haustier "g'schmäächelt" wird, dann wird es sanft gestreichelt und liebkost. Kann man nicht wörtlich mit "schmeicheln" übersetzen sonder ist quasi der physische Ausdruck des Schmeichelns.

Schigg oder Schick
Ein Schigg ist ein dicker Backen, meistens wegen Zahnschmerzen. "geh zum Zohdokter, Du hoschd ja schunn än Schigg!"

Bennel - Schuhbennel
Ein Schnürchen oder eben ein Schnürsenkel.

Babbel
Matsch, Schlamm als Adjektiv "babblisch".

Babble
Viel reden, meist eher unreflektiert, schwätzen. Nomen: Gebabbel
Sehr gern verwendet mit: Heer der mol demm soi dumm Gebabbel oh!"

oder: "Dumm gebabbelt is glei!"

Wärschelholz
Nudelholz
, der Teig wird "ausgewärschelt. Nicht zu verwechseln mit"rumwärschle"

Rumwärschle
Wälzen, Herumwälzen. So sagt der Pfälzer gerne: "Isch hab heit Nacht iwwerhaupt nett gschloofe. Die gonz Nacht hab isch misch im Bett rumgewärschelt!
" Man oder ein Haustier kann sich natürlich auch im Dreck "rumwärschle".

Gutsel
Ein Bonbon.

Hotzle
Jemanden huckepack tragen. Könnte evtl. von der "Hot" oder "Hotte" kommen, in der die Trauben bei der Lese gesammelt und weggetragen worden sind.

Sauerrombel oder Sauerrambel
Wein der sich durch eine starke Säure und wenig Restzucker auszeichnet.

Borzle oder Rumborzle
Wörtlich übersetzt "Purzeln" oder "Herumpurzeln". Die sportliche "Rolle vorwärts" oder "Purzelbaum" heißt dann natürlich "Borzelboom" oder "Borzelkopp". Allerdings muss "borzle" nicht immer mit sportlichem Aktivismus einhergehen. Gern wird bei schlaflosen, pfälzer Nächten, am nächsten Morgen auch "Ich bin die gonz Nacht im Bett rumgeborzelt!" genutzt.

Dewerre oder Rumdewerre
Lässt sich nur schwer wörtlich übesetzen. Eigentlich ein forderndes Jammern mit der Zielsetzung etwas zu bekommen, dass man sich in den Kopf gesetzt hat. Kinder "dewerrn" gerne wenn Sie ein Spielzeug, etwas Süßes oder sonst etwas nicht bekommen, das sie gerne haben wollen und durch ein elterliches Veto unter sagt wurde. Gerne kommt dann ein elterliches "Jetzt dewerr nett rum, schunschd ...". Sofern verfügbar dewerrn Kinder dann gerne bei den Großeltern weiter um dann doch das Gewünschte zu bekommen, was oft mit einem heftigen "Dischbediere" zwischen Großeltern und Eltern endet.

Schnääge oder Schneege
Naschen.

Schnäägisch oder Schneegisch
Im weitestens Sinne"naschhaft" aber mit einem etwas negativem Timbre. Jemand der nicht alles isst, sondern vieles nicht mag ist schnäägisch. Die klassische Aufforderung eines Pfälzer Großelternpaares an einen Enkel, der die Nase rümpft und nicht essen mag: "Sei doch nett so schnäägisch!"

Alla
Pfälzer Vokabel für alle Lebenslagen. Kommt aus dem Französischen, wohl von "aller", wird aber inzwischen für fast alles genutzt.  Z.B.:
Zur mehr oder weniger trotzigen Aufforderung endlich zu beginnen: Alla hopp!
Wenn man schweren Herzens nachgibt: Alla guud!
Oder wenn man Widerspruch im Folgesatz ankündigt: Jo alla!
Als Bindewort: ..., alla, hab ich mir gedenkt ...
Um Fragen den Nachdruck zu verleihen: Alla, ... was mache'mer donn jetzert?
...

 .... werd fortgsetzt ... wird fortgesetzt ...
Nach der Vielzahl der Begriffe muss ich vielleicht doch mal über eine Struktur nachdenken.